Die Geschichte der Langobardenwerkstatt

 

Als Pfingsten 1990 auf dem Mühlenberg in Zethlingen erste Versuche zur Eisenerzeugung im Rennofen stattfanden, ahnte keiner der Beteiligten, was sich daraus entwickeln würde. Bereits damals hatten allerdings erste „Beobachter“ den Weg nach Zethlingen gefunden.

Im Mai 1991 fanden dann die ersten, durch das Johann- Friedrich- Danneil- Museum Salzwedel organisierten offiziellen Werkstattwochenenden am Südhang des Mühlenberges statt. Lag zu Beginn der „Werkstatt“ das Hauptaugenmerk auf der „Experimentellen Archäologie“ und stand dabei vor allem die Eisenverhüttung im Vordergrund, so änderte sich die Ausrichtung zunehmend hin in Richtung Museumspädagogik, um damit den Versuch zu wagen, das Leben der germanischen Bevölkerung eines bestimmten Zeitabschnittes möglichst anschaulich zu vermitteln.

Von Beginn an bestand nie die Absicht in Zethlingen ein neues Freilichtmuseum mit ganzjährigen Öffnungszeiten zu errichten, sondern die Arbeit in der Werkstatt während der Sommermonate sollte im Vordergrund stehen. Daher wurde der Name „Langobardenwerkstatt“ für diese Einrichtung auch bewusst gewählt.

Der gewählte Zeitabschnitt der Darstellung ergab sich aus den archäologischen Funden vom Mühlenberg, die vorrangig aus dem 2.– 4. Jh. n. Chr. stammen und, wie man damals noch sicher meinte, von den Langobarden herrührten. Begleitet werden die Projekte auf dem Zethlinger Mühlenberg seit Beginn durch die Universität Magdeburg und seit einigen Jahren auch durch eine Schülerarbeitsgruppe des Gymnasiums Osterburg, deren Vorhaben durch die „Deutsche Bosch-Stiftung“ maßgeblich gefördert wird. Im Herbst 1991 wurde mit dem Aufbau eines ersten Hauses am Westabhang des Mühlberges begonnen, dass Gelände war der Langobardenwerkstatt durch die Gemeinde Zethlingen zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung gestellt worden. Bereits 1992 konnte das gesamte, für die Werkstatt vorgesehene Gebiet eingezäunt werden, so dass die Werkstattwochenenden seit Mai 1992 im heutigen Werkstattgelände stattfinden können.

1993 wurde mit der Unterstützung durch ein internationales Jugendworkcamp der Aufbau eines zweiten Hauses begonnen. Das Haus wurde im Herbst 1997 fertiggestellt, brannte aber bereits im Februar 1998 vollständig nieder - bis zum Jahr 2000 war es wieder aufgebaut.

1994 war zur Unterstützung der Werkstatt der „Förderverein der Langobardenwerkstatt Zethlingen e.V.“ gegründet worden. Bereits in den folgenden Jahren konnte u.a. mit dessen Hilfe die Werkstatt ans Trinkwasser- und Stromnetz angeschlossen werden.

Seit Mitte der 1990er Jahre sind die Aktionstage in der Langobardenwerkstatt wichtiger Bestandteil sowohl der Museumsarbeit als auch der Arbeit des Fördervereins geworden und aus dem Veranstaltungskalender des Altmarkkreises Salzwedel nicht mehr wegzudenken. Trotz ansonsten allgemein sinkender Besucherzahlen blieb die Langobardenwerkstatt bisher von diesem Trend unberührt, im Gegenteil, steigen die Besucherzahlen seit einigen Jahren zwar nur leicht dafür aber kontinuierlich an. Dazu tragen auch die Erweiterungen und Veränderungen der letzten Jahre bei, die aber nur mit der Unterstützung durch Maßnahmen der Agentur für Arbeit möglich waren. So ist das Werkstattgelände seit 2001 komplett von einem Palisadenzaun umgeben, der den noch durch die Gemeinde finanzierten alten Maschendrahtzaun ersetzte und 2002/03 konnte ein weiteres Grubenhaus, errichtet werden, dass zukünftig zu Ausstellungszwecken ausgebaut werden wird.

2004 wurde mit Mitteln der Volks- und Raiffeisenbankenstiftung Norddeutschlands und mit Eigenmitteln des Fördervereins ein Hochspeicher errichtet.

Ende des Jahres 2008 bekam die Werkstatt endlich eine, auch behindertengerechte, Toilettenanlage und im Jahre 2009 entstand ein völlig neu gestalteter Kult- und Opferplatz im westlichen Werkstattbereich.

Im Jahr 2010 besteht die Langobardenwerkstatt 20 Jahre.

 

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