Das Ausstellungshaus

 

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An dieser Stelle wurde 2002 ein weiteres Grubenhaus nach altem Ausgrabungsbefund errichtet. Der Befund entspricht dem des Webhauses (10), der auf der ca. 900 m entfernten Dorfstelle ausgegraben worden war. Da fast die Hälfte des Befundes durch den Aushub eines Gasleitungsgraben zerstört war und sich deshalb eine exakte Rekonstruktion (Lage der Tür, Feuerstellen u. ä.) des Hauses nicht erstellen ließ, wurde bei der Neurekonstruktion die Tür von der Wetterseite auf die wetterabgewandte Ostseite verlegt und ein Lehmkuppelofen eingebaut. Da sich eine Holzschindeldeckung bereits bei der Errichtung der Werkstatt (5) bewährt hatte, vor allem aber aus Kostengründen, wurden für die Dachhaut Holzschindeln aus Lärchenholz verwendet. In seinen Abmaßen und auch in der Anordnung der Pfosten entspricht der Neubau dem Grabungsbefund und somit auch dem des Webhauses. Auf die überdimensionierten Eichenpfosten konnte aber verzichtet werden, stattdessen wurde Lärchenholz verwendet. Die Wände bestehen aus einer Holzstaken-Lehmkonstruktion. Die Staken, die von Abbruchhäusern der Umgebung stammen, wurden in eine Art Fachwerkkonstruktion mit eingehängten Schwellbalken eingefügt. Ähnliche Konstruktionsmerkmale ließen sich bereits bei Häusern des 3. Jahrhunderts von der Feddersen Wierde bei Bremerhaven nachweisen. Bei dieser neueren Rekonstruktion des alten Befundes, wurde die nachgewiesene Hausgrube beibehalten. Ein Holzfußboden wurde eingezogen und in der Nordostecke neben der Tür ein Lehmofen errichtet. Die Ofenfläche erhielt eine Steinpflasterung und die Wände zwischen Ofen und Außenwand wurden innen wegen der Brandgefahr mit einer Feldsteinmauer verkleidet. In vielen frühgeschichtlichen Häusern findet man die Überreste von Öfen, dabei handelt es sich um gebrannten Lehm sowie um durch Feuereinwirkung geplatzte Feldsteine. Da Backöfen nicht aus Feldsteinen errichtet wurden, müssen diese aber von einem eventuellen Herdpflaster und (oder) von den Wänden stammen. Weil bei der Unvollständigkeit des Zethlinger Grabungsbefundes ein Ofen oder eine Herdstelle im ursprünglichen Haus, nicht auszuschließen, sondern eher wahrscheinlich ist, wurde ein Ofen errichtet. Damit konnte das Haus ursprünglich beheizt werden.
Da aber trotz der Feldsteinmauer (fast unbemerkt) beinahe ein Außenbalken durchgebrannt wäre, musste der Ofen abgebrochen werden.
Zum 20jährigen Bestehen der Langobardenwerkstatt Zethlingen wurde das Haus völlig umgebaut. Es bekam ein neues Dach und eine ausstellungsgerechte Beleuchtungsanlage. Im Hauds kann nun die 2011 eröffnete Ausstellung "Zethlingen und die Langobarden" besichtigt werden. In dieser Konstellation wird auch ein Film gezeigt, der im Jahre 2010 in der Langobardenwerkstatt zu diesem Zweck gedreht wurde.

 

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