Der Hochspeicher

 

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Im Jahre 2004 konnte in der Langobardenwerkstatt, durch eine großzügige Unterstützung der Norddeutschen Volks- und Raiffeisenbankenstiftung ein Hochspeicher aufgebaut werden.
Hochspeicher, bzw. Befunde, die auf das Vorhandensein solcher Anlagen hinweisen, werden in jeder vollständig ausgegrabenen germanischen Siedlung entdeckt. Da logischerweise nur die Pfostenlöcher der tragenden Pfosten ergraben werden können, ist der weitere Aufbau eines Speichers immer etwas spekulativ.
Bei der Zethlinger Konstruktion handelt es sich um einen auf Pfosten gestellten Schwellenbau. Entgegen früheren Vermutungen waren Schwellenbauten bereits zu dieser frühen Zeit bekannt.
Hochspeicher dienten zur trockenen und relativ "ungeziefersicheren" Lagerung von Getreide und anderen Nahrungsvorräten, die in einem Erdspeicher nicht aufbewahrt werden können.
Auch Heu und Stroh als Winterfutter oder als Einstreu für die Wohnhütten oder fürs Vieh wurden in derartigen Speichern gelagert. Man geht heute davon aus, dass zu jedem germanischen Gehöft auch mindestens ein Hochspeicher gehörte. Der Zethlinger Speicher hat eine Grundfläche von 3 x 3 m. Auf die vier tragenden, ca. 1,8 m eingegrabenen, Eichenpfosten, wurde in fast 2 m Höhe eine Schwellenkonstruktion gezimmert. Die große Höhe wurde absichtlich gewählt, um dadurch den Speicher auch als Unterstellmöglichkeit nutzen zu können. Sowohl der Fußboden als auch das Dach sind im Bereich der Tür überständig konstruiert, so dass vor der Tür eine Plattform entstand, damit kann das Innere auch mit Last ohne Probleme betreten werden. Der Speicher ist nur über eine transportable Leiter zu betreten. Das Dach wurde mit gespaltenen Kiefernschindeln gedeckt. Die Wände bestehen aus eingespannten Rundhölzern. Die Zwischenräume zwischen den Hölzern sind nicht abgedichtet worden um eine gute Luftzirkulation zu gewähren. Seit seiner Errichtung hat sich der Speicher bereits in sehr vielen Wintern als trockener und "mäusesicherer" Lagerraum bewährt.

 

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