Die Langobarden in Italien

 

Anfangs stießen die Langobarden in Italien auf keinen nennenswerten Widerstand. Im heutigen Cividale, der Hauptstadt Friauls, setze Alboin einen Neffen als Herzog ein und eroberte in der Folge ganz Venetien, wo er auch überwinterte. Am 3. September 569 zog er schließlich in Mailand ein und eroberte danach ganz Norditalien, nur Pavia die spätere Hauptstadt des Reiches leistete noch 3 Jahre erbitterten Widerstand. Im Sommer 572 wurde Alboin in Verona auf Veranlassung seiner Frau, der gepidischen Königstochter Rosamunde ermordet. Der zum Nachfolger Alboins gewählte Cleph wurde wiederum bereits 2 Jahre später ermordet. Danach kam es bis 584 zu keiner Königswahl und die langobardischen Herzöge stürzten Italien ins Chaos. 584 wurde deshalb mit Authari wieder ein starker König gewählt, der gewaltsam gegen die byzantinischen Truppen und deren Verbündete vorging und das „Reich“ wieder konsolidierte. Fränkische Truppen, die zur Unterstützung des byzantinischen Kaisers in Norditalien eindrangen, erlitten eine vernichtende Niederlage und mussten sich wieder über die Alpen zurückziehen. Während König Agilulfs 19jähriger Regentschaft bis zum Jahr 616, wurde die Eroberung der Apenninenhalbinsel de facto abgeschlossen. Agilulf übernahm mit der Annahme des Titels „Flavius“ auch die Rolle des Herrschers der romanischen Bevölkerung.

Unter dem sagenhaften König Rothari (636– 652) und unter König Grimoald, der von 662– 671 regierte, erreichte das Langobardenreich eine zwischenzeitliche Blüte. Rothari verkündete im Jahre 643 mit dem „Edictus Langobardorum“ das langobardische Gesetzeswerk, das durch nachfolgende Könige erweitert wurde.

Grimoald besiegte im Norden die Franken und vertrieb auch die Byzantiner, bis auf das päpstliche Exarchat Rom und Ravenna, aus Italien. In der Folge kam es aber immer wieder zu Konflikten zwischen den langobardischen Herrschern und dem Papsttum aber auch zwischen den Herzögen und den Königen. Dabei ging es sogar soweit, dass sich die südlichen Herzogtümer Benevent und Spoleto vom Königreich trennten. Kurz vor seinem abrupten Niedergang erreichte aber das Reich unter König Luitprand (712 –744) seinen Zenit. Luitprand gelang es das Langobardenreich noch einmal zu vereinigen und zu befrieden.

 

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