Das Ende

 

Nach dem Tod des mächtigen Luitprand kam es wiederholt zu wechselnden Bündnissen, die das Königtum immer mehr schwächten aber auch das Papsttum in Bedrängnis brachten. Im Jahre 754 reiste deshalb Papst Stephan III. ins Frankenreich und schloss dort mit König Pippin III. Bündnisverträge ab. Darin wurden die Franken u.a. zur Schutzmacht des Papsttums ernannt. In diesen Verträgen wurde aber auch eine Teilung des Langobardenreiches beschlossen. In die Geschichte eingegangen sind die Verträge von Ponthion und Quierzy als die „Pippinsche Schenkung“ und gelten damit auch als die Begründung des späteren Kirchenstaates. 755 brach Pippin nach Italien auf und besiegte das Heer des Königs Aistulf, der daraufhin die fränkische Oberherrschaft und den päpstlich- byzantinischen Besitz in Italien anerkennen musste. 756 wurde Aistulf vertragsbrüchig und Pippin kam ein zweites Mal nach Italien. Diesmal schlug er die Langobarden vernichtend. Sie mussten den Franken Tributzahlungen zugestehen und sämtliche vordem, dem Namen nach, noch byzantinischen Besitzungen dem Papst übergeben. Damit war der Kirchenstaat geschaffen. Der letzte langobardische König war von 756- 774 Desiderius. Nach und nach versuchte dieser sein Königtum wieder zu stärken und ging Bündnisse gegen die Franken ein.

 

Nachdem Karl der Große 771 die Macht im Frankenreich an sich gerissen hatte und die Familie seines verstorbenen bis dahin mitregierenden Bruders Karlmann ins Langobardenreich geflohen war, rief Papst Hadrian die Franken als Schutzmacht gegen den wieder gefährlich gewordenen Desiderius nach Italien. Der fränkische Angriff erfolgte, trotz der Sachsenkriege im Norden, im Jahre 773. Im Juni 774 eroberte Karl Pavia und Desiderius wurde gefangen genommen. Der fränkische König Karl, ließ sich nun auch die Krone der Langobarden aufsetzen. Mit diesem Akt, hatte das selbstständige Reich der Langobarden endgültig aufgehört zu existieren. Das Königreich der Langobarden, später das Königreich Italien, blieb aber unter fränkischer Herrschaft weiter bestehen. Das unter König Rothari einst eingeführte Langobardische Recht hatte bis ins 12. Jh. Gültigkeit. Die späteren Kaiser des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ ließen sich noch bis in die Neuzeit hinein, vor ihrer Kaiserkrönung, zum König der Langobarden und damit zum Herrscher über die Lombardei und Italien krönen. Der letzte „deutsche Kaiser“, der sich die Langobardenkrone aufsetzen ließ, war 1530 Kaiser Karl V.. Aber auch noch Napoleon I., 1805 und der österreichische Kaiser Ferdinand I., 1838, konnten der Versuchung nicht widerstehen, sich mit der eisernen Langobardenkrone zum König von Italien krönen zu lassen.

Das langobardische Großherzogtum Benevent und die davon im 9. Jh. abgespaltenen Fürstentümer Capua und Salerno behielten noch bis ins 11. Jh. ihre relative Unabhängigkeit.

 

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Zeichnungen: Klein Wieblitz und Tylsen, Robert Heiner, aus Heiner 2002 ; Parum aus Keiling 1986.
Fotos: Wenn nicht anders angegeben Lothar Mittag.

 

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